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Unterschied zwischen Web- und Print-Designern

Jeder Webdesigner kennt das: Ein Interessent / Kunde meldet sich mit einem fertigen Design, das nur noch umgesetzt werden muss. Jedem Webdesign wird hier „angst und bange“. Auf den ersten Blick wird es nicht jedem Bewusst: Aber Webdesigner arbeiten grundsätzlich anders als Printdesigner. Aber worin liegt nun der Unterschied?

Grundsätzlich sind Printdesigner dem Internet sehr fern. Sie lieben und arbeiten bereits seit Jahren mit Stiften und Pinseln auf Schreibblöcken, Leimwänden oder auch mal Tischuntersetzern. Sie haben Ihr Handwerk häufig „von der Pike“ gelernt. So wissen sie ganz genau, wie sie eine gelungene Komposition aus Text. Farben und Formen auf dem jeweiligen Medium mit jeweilig zur Verfügung stehenden Platz in Einklag bringen.

Doch genau hier liegt das Problem: „Auf dem zur Verfügung stehenden Platz“. Wenn man so an feste Grenzen und Räume gewohnt ist, fällt es schwer sich auf das Medium Internet einzustellen. Im Internet, wo Ihr Bildschirm den zur Verfüg stehenden Raum / Platz darstellt, gibt es keine festen Grenzen; nicht den Monitor. Es gibt unendliche viele verschiedene Monitor; und neuerdings sogar mobile Geräte wie Smartphones, Netbooks, etc. Das Internet lässt sich also nicht auf eine DIN-Norm beschränken.

Ein Kunde versteht nicht, warum ein bereits „freigegebenes“ Print-Design nicht in das Internet eins zu eins übernommen werden kann. Der Webdesigner ist nun in der Bedrängnis, ist er es doch, der sich wohl nur nicht von einem anderen Designer ein Layout diktieren lassen will. Doch es gibt wirklich Hindernisse, die sich nicht ohne weiteres überwinden lassen und bei der Konzeption und Entwicklung eines Designs durch einen Webdesigner berücksichtigt werden.

Die grundsätzlichen Unterschiede zwischen Print- und Webdesigns:

-          Es gibt keine festen Flächen / einen festen verfügbaren Platz

-          Das Design muss auf großen, wie auf kleinen Bildschirmen wirken & funktionieren

-          Es muss berücksichtigt werden, was mit Freiflächen bei größeren Monitoren passiert

-          Es muss bestimmt werden was passiert, wenn eine Aktion auf der Internetseite ausgeführt wird, also zum Beispiel das überfahren der Navigation mit der Maus

-          Schriften können nur bedingt im Internet eingebunden werden. Dem Designer muss klar sein, welche Schriften er verwenden kann und welche nicht. Das hat Einfluss auf die Gestaltungsmöglichkeiten und die Anmutung eines gesamten Layouts

-          Nicht alle Farben, die ein Designer auf seinem Bildschirm oder im Druck darstellen kann, sehen auch so beim Besucher der Internetseite aus. Man kann davon ausgehen, dass Besucher einer Internetseite keinen kalibrierten Monitor haben. Die verwendeten Farben müssen daher zueinander Kontrastreich sein.

-          Im Gegensatz zu einem Print-Design, müssen Sie im Internet sich auch Gedanken über die Gestaltung von Elementen machen, die bisher gar nicht in Verwendung sind: zum Beispiel Darstellung von Adressen, Downloadlisten, Tabellen, Newsheadlines, interne Links, externe Links, Untermenüs, und vieles mehr

-          Der Umfang einer Broschüre ist klar. Der Umfang einer Internetseite bei der Erstellung ggf. auch. Ein guter Webdesigner muss nur in Betracht ziehen, dass eine Internetseite auch weiter wächst. Er muss sicherstellen wo die Grenzen des Designs sind und dies dem Kunden auch klar mitteilen.

Diese Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit! Sie gibt aber einen Einblick in die Arbeit und Weitsicht eines Webdesigners. Printdesigner können dies grundsätzlich auch leisten. Sie müssen sich dafür nur mehr mit dem Medium Internet auseinandersetzen. Ihnen als Kunden muss einfach nur klar sein, dass es einen Unterschied zwischen einem Print-Design und  Web-Design gibt.